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Die erste Zusammenarbeit

Im heutigen ELTERN ABC geht es hauptsächlich um die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Spielgruppe.          Eine gute Zusammenarbeit? Was genau heisst das? Was hat es für eine Auswirkungen, wenn die Zusammenarbeit nicht gut ist? Gerne möchte ich dieses Thema hier aufgreifen und Ihnen als Eltern näher bringen.

Wie im letzten Eltern ABC schon erwähnt, ist die Kommunikation mit Kindern ein sehr wichtiges Thema und auch in der Spielgruppe lernen die Kinder sich untereinander zu verständigen. Die erste Fremdbetreuung beginnt bei einigen Kinder bereits kurz nach der Geburt in einer KITA und bei anderen im Alter von 2.5 Jahren oder 3 Jahren in einer Spielgruppe, wo sie zum ersten Mal auf Gleichaltrige treffen und lernen sich in eine Gruppe von Kindern anzupassen.

Die Eingewöhnung in einer Spielgruppe ist sehr oft für Eltern und Kind kein einfacher Moment, den es ist für beide eine ganz neue Situation. Zu diesem Thema werde ich im nächsten ELTERN ABC ein Artikel schreiben.

Bei einer Fremdbetreuung sind nicht mehr nur die Eltern als Bezugspersonen oder Respektspersonen, sondern es entsteht ein sogenanntes "Dreieck" zwischen Eltern – Kind und einer neuen Bezugsperson, wodurch das Kind viele wertvolle Erfahrungen sammeln kann und auch daran wächst. 

Zu einem funktionierenden Dreieck gehört für mich als Erstes sicher das gegenseitige Vertrauen zwischen den Eltern und der neuen Bezugsperson. Aber auch eine gute Zusammenarbeit und damit meine ich nicht nur, dass die Eltern sich an die AGB's der Spielgruppe halten, wie z.b. das Kind zur pünktlichen Zeit bringen und abholen, sondern wen es mal nicht so toll läuft.

Es kommt in jeder Spielgruppe vor das Kinder beissen, schlagen, kratzen oder starke Verweigerungshaltungen zeigen, die eine Betreuung in der Spielgruppe sehr erschweren oder sogar verunmöglichen. Einige Kinder fordern Ihre Aufmerksamkeit, in dem Sie anderen Kindern weh tun oder anfangen zu schreien und sich dabei komplett verausgaben. In den meisten Spielgruppen wird in solchen Fällen sehr schnell reagiert und die Eltern werden umgehend gebeten, das Kind abzuholen. Gerade wen sich das Kind emotional so hineinsteigert oder die Gruppenaktivität dadurch blockiert wird, bleibt den Spielgruppen keine andere Wahl als zum Telefon zu greifen. Die Eltern reagieren hier sehr verschieden und in solchen Momenten ist auch nicht der richtige Zeitpunkt, um eine Diskussion anzufangen, da eine Spielgruppe eine Aufsichtspflicht gegenüber den anderen Spielgruppenkinder hat.

Gespräche über das Fehlverhalten eines Kindes sollten immer im geschützten Rahmen stattfinden und nicht im Hauseingang der Spielgruppe oder vor anderen Eltern. Diese Elterngespräche können vor beginn der Spielgruppe oder am ende einer Spielgruppe sein und dauern in der Regel höchstens 10 - 15 Minuten. Als Spielgruppen Inhaberin und auch Supernanny vertrete ich die Meinung, das es absolut nicht förderlich ist, die Eltern immer wieder das Kind abholen zulassen und eine 0815 Erklärung zu geben, dass das Kind sicher übermüdet ist oder das es ev. zu früh für eine Spielgruppe ist. Der wahre Grund für das verhalten des Kindes kann während der Spielgruppenzeit nicht erarbeitet werden, da die Zeit nicht dafür eingeplant ist. Um wirklich das Verhalten des Kindes zu erfassen sind klärende und offene Gespräche mit den Eltern eine Notwendigkeit und 10 - 15 Minuten sind dafür definitiv nicht ausreichend. In einer Spielgruppe werden alle Kinder in der Gruppe gemeinsam durch eine Spielgruppenleiterin gefördert und es kann nicht auf ein einzelnes Kind fokussiert werden. Je nach Gruppengrösse und auch Konstellation der Charakteren, wird eine Aushilfe, Praktikantin oder auch eine Mutter als Unterstützung eingesetzt. Für Eltern die jedes Mal Ihr Kind nach 10 - 30 Minuten Spielgruppenzeit abholen müssen, ist es eine emotionale Herausforderung und spätestens nach dem 2  - 4 Mal, wird bereits über eine Kündigung nachgedacht, da die Eltern keinen Sinn darin sehen, warum Ihr Kind die Spielgruppe überhaupt noch besuchen sollte. Solche Situationen lassen sich einfach vermeiden, wenn die Eltern einer Zusammenarbeit mit der Spielgruppe zustimmen und sich mit dem Verhalten Ihres Kindes auseinandersetzten.

Wie reagiert man also als Eltern, wenn man informiert wird über das Fehlverhalten des Kindes. Nimmt man sein Kind vor der Spielgruppenleiterin in Schutz; „Denn mein Kind tut das nicht“. Oder vermittelt man dem Kind, wie die betroffene Leiterin, dass dies nicht korrekt war und man sehr enttäuscht über das verhalten des Kindes ist?

Meist ist es so, dass die Eltern versuchen ihr Kind zu schützen, was ja auch normal ist aber für das Kind nicht unbedingt sehr lehrreich, denn es fühlt sich in seinem tun bestätigt. Für sein späteres Leben wäre es aber sehr wichtig, dass das Kind lernt mit negativen Gefühlen umzugehen und auch Grenzen zu respektieren. Diese starken Emotionen helfen dem Kind zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Fehler einzugestehen ist selbst für manche Erwachsene nicht leicht. Vielleicht fragen Sie sich in diesem Moment grad selber, wie Sie mit negativen Gefühlen umgehen? Der unterschied zwischen Kritik und einem Feedback sind zwei paar Stiefel, die ich gerne in einem ELTERN ABC erörtern werde.

In dem man seine Mutterinstinkten freien lauft lässt und in einen automatisch schützt Mechanismus geht, signalisiert man der neue Bezugsperson, das ein Feedback absolut unnötig ist und Sie selber genau Wissen, wie Sie mit Ihrem Kind umgehen müssen. Natürlich ist die Art und Weise wie man den Eltern ein Feedback gibt sehr wichtig, aber die Situation in einer gewohnten Umgebung unterscheidet sich je nach Situation mit dem Verhalten in der Spielgruppe. Bei erschwerten Kommunikation zwischen Eltern und Spielgruppe, muss Ich ihnen sagen das eine Zusammenarbeit von Anfang an zum scheitern verurteil ist. Das Kind nimmt Ihre Reaktion als Eltern deutlich wahr, was dazu führt, dass Ihr Kind den Respekt vor ihrer neuen Autoritätsperson verlieret und damit haben wir die unschöne Situation, das eine weitere Betreuung gar nicht mehr möglich ist.

Was mir  persönlich immer wieder Auffällt, das Eltern dem Kind ermöglichen, Sie emotional zu erpressen. Die Eltern rechtfertigen sich vor Ihren Kindern und versuchen die Situation schön reden, in dem Sie sagen: Ja mein Kind ist noch zu klein, oder mein Kind kennt das nicht, usw. Sich einer Situation zu stellen und das auch aufarbeiten ist für viele Eltern eine Herausforderungen, die Sie gerne Hinausschieben und jedes Feedback als persönlichen Angriff werten, statt diese als Wohlwollen der Spielgruppe zu sehen. Es ist immer einfach anderen Gründe zu finden statt sich mit seinen eigenen Emotionen auseinanderzusetzen. Die Situationen werden dann oft von den Eltern ignorieren, was aber später einen grosser Nachteil für das Kind bringen wird. Im Kindergarten wird das Kind eine klare erwartungshalt haben, denn es ist sich gewohnt, dass alles für ihn gemacht wird und es mit weinen oder einer Verweigerungshaltung, schlussendlich das erreichen kann, was es möchte - Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

Ich möchte Sie daher als Eltern bitte, die Situationen mit ruhe und einem gewissen Abstand nochmals anzuschauen und sich hinterfragen, was genau passiert ist und wann sich ihr Kind so verhält. Es ist nicht einfach zwischen einer Trotzreaktion oder Überforderung zu unterscheiden. Auch ist es absolut in Ordnung sein Kind bestmöglich zu unterstützen oder ihm mal etwas abzunehmen. Jedoch finde ich es wichtig dem Kind den Raum zu geben, seinem Alter entsprechend, zu lernen und auch das es merkt, dass es auch Grenzen gibt. Wichtig ist hier das Sie Ihr Kind nicht für das Fehlverhalten strafen, in dem sie ihm drohen: Wen Du das nochmal machst, nimm ich Dir deine Schmusedecke oder Teddybären weg. Der Umgang mit negativen Gefühlen ist ein Lernprozess in der Kindheit und gehört zur gesunden Entwicklung dazu.